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Die Hauptstadien der Durchführung der Grundlegung sind daher folgende:
a) Herausstellung der Elemente des Wesens reiner Erkenntnis: d. h. reiner Anschauung (Raum, Zeit) und reinen Denkens (transzendentale Ästhetik und Analytik der Begriffe).
b) Charakteristik der Wesenseinheit dieser Elemente in der reinen Synthesis (§10 der 2. Auflage).
c) Aufhellung der inneren Möglichkeit dieser Wesenseinheit, d. h. der reinen Synthesis (transzendentale Deduktion).
d) Enthüllung des Grundes der Möglichkeit des Wesens der ontologischen Erkenntnis (Schematismuskapitel).
ad 3. Die Grundlegung in ihrer Ursprünglichkeit.
Ergebnis des Vorigen: Der Grund der Möglichkeit der synthetischen Erkenntnis a priori ist die transzendentale Einbildungskraft. Kant hat im Verlauf der Grundlegung entgegen dem leitenden Ansatz eine dritte Grundquelle des Gemütes eingeführt.
Diese liegt nicht „zwischen” den beiden angesetzten Stämmen, sondern ist deren Wurzel.
Dies wird gezeigt dadurch, daß reine Sinnlichkeit und reiner Verstand auf die Einbildungskraft zurückgeführt werden — nicht nur diese, sondern theoretische und praktische Vernunft in ihrer Geschiedenheit und Einheit.
Der Ansatz in der Vernunft ist so gesprengt worden.
Damit hat Kant sich selbst durch seinen Radikalismus vor eine Position gebracht, vor der er zurückschrecken mußte.
Sie besagt: Zerstörung der bisherigen Grundlagen der abendländischen Metaphysik (Geist, Logos, Vernunft).
Sie verlangt eine radikale erneute Enthüllung des Grundes der Möglichkeit der Metaphysik als Naturanlage des Menschen, d. h, eine auf die Möglichkeit der Metaphysik als solche gerichtete Metaphysik des Daseins, die die Frage nach dem Wesen des Menschen stellen muß in einer Weise, die vor aller philosophischen Anthropologie und Kulturphilosophie liegt.
علایم:
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پی نوشت های مترجم فارسیفا
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